Sie haben ein Tier gefunden? 

Der Umgang mit Fundtieren

In jedem Fall sollte bitte festgestellt werden, ob irgendeine Kennzeichnung (Hundemarke, Steuermarke, Registrierungsmarke, Tätowierung, Chip) vorhanden ist; dies können in der Regel der nächste Tierarzt, das nächste Tierheim, die nächste Tierklinik tun (Täto, Chip). 
Ihr selber könnt unter dem Halsband beim Hund schauen, falls der Hund keine Marke trägt, ob dort ggfs. die Telefonnummer des Eigentümers vermerkt ist. 
Tätowierungen sind meist in den Ohren angebracht, ebenso jedoch am Bauch und an den Innenseiten der Oberschenkel möglich. 
Der Chip ist meist in die linke Halsseite des Hundes gesetzt. 
Bittet den Tierarzt, den Hund komplett mit dem Chiplesegerät abzufahren, der Chip könnte im Hund gewandert sein und folglich woanders sitzen und im ungünstigen Fall das Gerät dann nicht anzeigen. 

Wird ein Tier gefunden, das zunächst keinem Besitzer zugeordnet werden kann, handelt es sich um eine „Fundsache“ im Sinne des BGB (Fund"sache" erklärt sich durch § 90a, der zur Anwendung kommt). Demzufolge ist der Finder VERPFLICHTET, gemäß § 965 BGB, dies der zuständigen Fundbehörde SOFORT anzuzeigen, tut er dies nicht, kann er sich gemäß § 246 StGB ggfs. strafbar machen.

Es genügt in der Regel NICHT den örtlichen Tierschutzverein zu informieren, der das Tier aufnimmt. Die Mitarbeiter des TSV und die Tierärzte haben zwar die Möglichkeit, das Tier anhand ggf. vorhandener Kennzeichnung (Tätowierung, Chip) zu identifizieren unterlassen das aber ab und an. Bitte melden Sie das Fundtier auch der POLIZEI und schalten Sie eine Anzeige in der Tagespresse (oft kostenlos!) -auch wenn Sie das Tier ins Tierheim gebracht haben.

Eine Online-Anzeige bei den großen Anzeigenmärkten schadet nicht. Sie erhöhen damit die Chance dass ein Hund der weiter weg entlaufen ist Überregional gefunden werden kann! Und nicht zuletzt – tragen Sie ihn in unsere Datenbank ein oder wenden Sie sich per mail an einen der Administratoren.

Unter http://www.tasso.net/ können sie online nachsehen ob das Tier als vermisst gemeldet ist. Ein Nichteintrag heißt aber keineswegs dass das Tier nicht gesucht wird. Aus diesem Grund tragen Sie sicherheitshalber Ihr Fundtier in unsere Datenbank ein FUNDTIER EINTRAGEN ein oder aber Sie schicken uns eine E-Mail mit den entsprechenden Daten Mail 

Sollte ein Eigentümer ausfindig gemacht werden, hat dieser die Kosten zu tragen (für die notwendige tierärztliche Erstversorgung sowie die Unterbringung und Verpflegung - § 970 BGB).

Kann der Eigentümer nicht ermittelt werden, gehen die Kosten zu Lasten der zuständigen Gemeinde – allerdings erst ab Tag der Fundmeldung und für max. 30 Tage.

Der Anspruch des Besitzers auf die Rückführung seines Tieres beträgt jedoch 6 Monate.

§ 90a Tiere
Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.

 

§ 965 BGB
Anzeigepflicht des Finders

(1) Wer eine verlorene Sache findet und an sich nimmt, hat dem Verlierer oder dem Eigentümer oder einem sonstigen Empfangsberechtigten unverzüglich Anzeige zu machen.

(2) Kennt der Finder die Empfangsberechtigten nicht oder ist ihm ihr Aufenthalt unbekannt, so hat er den Fund und die Umstände, welche für die Ermittlung der Empfangsberechtigten erheblich sein können, unverzüglich der zuständigen Behörde anzuzeigen. Ist die Sache nicht mehr als zehn Euro wert, so bedarf es der Anzeige nicht.

 

§ 246 StGB
Unterschlagung

(1) Wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) Ist in den Fällen des Absatzes 1 die Sache dem Täter anvertraut, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.

(3) Der Versuch ist strafbar.

 

§ 970
Ersatz von Aufwendungen

Macht der Finder zum Zwecke der Verwahrung oder Erhaltung der Sache oder zum Zwecke der Ermittlung eines Empfangsberechtigten Aufwendungen, die er den Umständen nach für erforderlich halten darf, so kann er von dem Empfangsberechtigten Ersatz verlangen.

Aufgabe des Eigentums: Zitat: "Eine bewegliche Sache wird herrenlos, wenn der Eigentümer in der Absicht, auf das Eigentum zu verzichten, den Besitz der Sache aufgibt". Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__959.html 

 

Ich habe mal ein bisschen herumtelefoniert (mit Rechtsanwälten) und übereinstimmend in Erfahrung bringen können, dass, wenn der Finder nachweisen kann, dass der Eigentümer sich nicht kümmerte, er (der Finder) davon ausgehen kann, dass der Eigentümer die Eigentumsrechte aufgegeben hat. 
Kann jedoch der Eigentümer nachweisen, dass er sehr wohl Interesse an seinem Eigentum bekundete kann der Finder den Fund nicht behalten; 
im Falle eines Gerichtsverfahrens liegt die Entscheidung beim Richter und demzufolge ist der Ausgang ungewiss. 

Quellenangabe: Bundesministerium der Justiz (Juris): http://www.gesetze-im-internet.de/

Tiere sind keine Sachen, aber es gilt § 90a: http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__90a.html 


Anzeigepflicht des Finders: http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__965.html 

Tut er dies nicht, so kann er sich strafbar machen (Unterschlagung): http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__246.html 

Ansonsten gilt noch für den Finder: Ersatz von Aufwendungen http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__970.html

Aufgabe des Eigentums: Zitat: "Eine bewegliche Sache wird herrenlos, wenn der Eigentümer in der Absicht, auf das Eigentum zu verzichten, den Besitz der Sache aufgibt". Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__959.html

Ansonsten gilt zum gesamten Themenkomplex auch das Tierschutzgesetz (z.B. §3 (zweiter Abschnitt - Tierhaltung) des TierSchG http://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/) 

Es gibt aber auch einige Sonderfälle die entsprechend geregelt sind und manche Gemeinde/Kommune hat noch weitere oder auch andere Verordnungen oder Satzungen erlassen. Im Zweifel bitte bei der entsprechenden Stelle (Gemeinde/Kommune) erkundigen. Nötigenfalls auch einen Anwalt vor Ort befragen.

 

Aktuell am 31.10.2011: Beschluss des Bundesrates: Entschließung des Bundesrates zur Unterbringung von aufgefundenen Tieren..hier pdf Das heißt im Augenblick hat sich noch nichts geändert. Wenn sich etwas ändert und wir es erfahren, werden wir hier an dieser Stelle informieren und auch eine entsprechende Rundmail verteilen.

Hier nochmals die Links zu den einzelnen Datenbanken zu Transponder- oder Taeto-Abfragen (bitte auch daran denken, dass Rassehunde einem Zuchtverband unterliegen und dort die Taeto-Nr./Chipnummer im Zuchtbuch eingetragen wurde; insbesondere bei Jagdhunden kann so der Besitzer oftmals leicht ermittelt werden:

Deutscher Tierschutzbund http://www.registrier-dein-tier.de/
TASSO http://www.tasso.net/Vermisst-Gefunden/transponder-abfrage
EUROPETNET http://www.europetnet.com
IFTA http://www.tierregistrierung.de hier auch Taetoabfrage 
PETMAXX http://www.petmaxx.com

http://www.taeto.de  

die Datenbank wurde von den Betreibern aufgegeben
Liste Chipcodierungen hier zum Download als PDF-Dokument


Wenn Sie möchten und die oben genannten Datenbanken Sie nicht zum Eigentümer "bringen konnten" , können Sie den Hund bei uns in der Datenbank eintragen hier und auch bei FB in der Gruppe "Hund gefunden" hier melden. Somit ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass der Eigentümer ausfindig gemacht werden kann. Ansonsten gelten natürlich die oben aufgeführten Gesetze und Vorgänge.  
Vielen Dank für die Hilfe bei gefunden Hunden, dass diese zeitnah wieder nach Hause kommen können.  


*3 Petmax = Suchmaschine für registrierte Tiere weltweit  zurück